Programmierer – Erlkönig

2010-10-13 von admin

Wer tastet sich nachts die Finger klamm?
Es ist der Programmierer mit seinem Programm!
Er tastet und tastet. Er tastet schnell,
im Osten wird der Himmel schon hell.

Sein Haar ist ergraut, seine Hände zittern,
vom unablässigen Kernspeicherfüttern.
Da – aus dem Kernspeicher ertönt ein Geflüster
„Wer poltert in meinem Basisregister?“

Nur ruhig, nur ruhig, ihr lieben Bits,
es ist doch nur ein kleiner Witz.
Mein Meister, mein Meister, sieh mal dort!
Da vorne schleicht sich ein Vorzeichen fort!

Bleib ruhig, bleib ruhig, mein liebes Kind,
ich hole es wieder. Ganz bestimmt.
Mein Meister, mein Meister, hörst du das Grollen?
Die wilden Bits durch den Kernspeicher tollen!

Nur ruhig, nur ruhig, das haben wir gleich,
die sperren wir in den Pufferbereich.
Er tastet und tastet wie besessen,
Scheiße – jetzt hat er das Saven vergessen,
der Programmierer schreit in höchster Qual,
da zuckt durch das Fenster ein Sonnenstrahl.

Der Bildschirm schimmert im Morgenrot,
Das Programm gestorben, der Programmierer TOT!

von: – unbekannt –

Vorlage: Erlkönig (Ballade)

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Der Erlrouter

2010-05-15 von admin

Wer routet so spät durch nacht und Wind?
Es ist der Router, er routet geschwind!
Bald routet er hier, bald routet er dort
jedoch die Pakete, sie kommen nicht fort.
Sie sammeln und drängeln sich, warten recht lange
in einer zu niedrig priorisierten Schlange.
Die Schlangen sind voll, der Router im Streß,
da meldet sich vorlaut der Routingprozeß
und ruft: “ All Ihr Päckchen, ihr sorgt Euch zu viel,
nicht der IP-HOST, nein, der Weg ist das Ziel!“

 

Es komme gar bald einem jeden zu Gute
eine sorgsam geplante und loopfreie Route.
Des Netzes verschlungene Topologie
entwirr‘ ich mit Dijkstras Zeremonie.
Der Lohn, eine herrliche Routingtabelle,
dort steh’n sogar Routen zu Himmel und Hölle.
Vergiftet der Rückweg, das Blickfeld gespalten,
mit RIP wird die Welt nur zum Narren gehalten.
Doch OSPF durchsucht schnell und bequem
mein ganz und gar autonomes System.
Für kunstvolle Routen, das vergesst bitte nie,
benötigt man Kenntnis der Topologie.
Zu Überraschungs- und Managementzwecken
durchsuch‘ ich mit RMON die hintersten Ecken.
Kein Winkel des Netzes bleibt vor mir verborgen,
mit SNMP kann ich alles besorgen.

 

Wohlan nun, Ihr Päckchen, die Reise beginnt,
mit jeder Station Eure Lebenszeit rinnt.
Doch halt, Ihr Päckchen, bevor Ich’s vergesse:
„Besorgt euch mit NAT eine neue Adresse!“

 

„Mein Router, mein Router, was wird mir so flau!
Dort draußen am LAN-PORT, da wartet die MAU!“
„Mein Päckchen, mein Päckchen Dir droht nicht der Tod,
denn über Dich wacht ja der Manchester-Code.
Doch halte dich fern von der flammenden Mauer.
Die sorgt selbst bei mir noch für ängstlichen Schauer.“

 

„Mein Router, mein Router, wie glänzt dort voll Tücke
der schmale und schlüpfrige Weg auf der Brücke.“
„Oh weh! Das Netz ist mir Broadcasts geflutet.
Ach hätt‘ ich doch niemals zu Brücke geroutet!
Mein Päckchen, den Kopf hoch, Du musst nicht verzagen,
an Dich wird sich niemals ein Bitfilter wagen.“
Schnell wie der Wind geht die Reise nun weiter
durch helle und dunkelnde Lichtwellenleiter.

 

“ Mein Päckchen, mein Päckchen, willst Du mit mir gehen?
Die Wunder des Frame-Relay-Netzes ansehen?“

 

„Mein Router, mein Router, ja hörst Du den nicht,
was die WAN-Wolke lockend mir leise verspricht?“

 

„Glaub mir, mein Päckchen, im LAN, da entgeht Dir
sowieso Lebens- und Dienstqualität.
Reise nur weiter ganz ruhig und sacht
quer durchs ATM-NETZ mit FRF.8.“

 

„Mein Router, mein Router, man hat mich verführt,
zerlegt, verschaltet und rekombiniert!“

 

„Mein Päckchen, das macht nichts, nun sparen wir viel,
ein VPN-Tunnel, der bringt Dich ans Ziel.
DiffSERV und TOS-Feld, merk‘ die Worte,
die öffnen zu jedem Router die Pforte.“

 

Finster der Tunnel, die Bandbreite knapp,
wie schön war die Backplane im eigenen Hub.
Am ende des Tunnels: Das Päckchen ist weg,
vernichtet vom Cyclic Redundancy Check.

 

Autor unbekannt

Kategorie: Unterhaltung Schlagwörter: , ,

Deine Hand

2009-11-15 von admin

Deine Hand

Gib mir Deine Hand!
Ich werde sie halten,
wenn Du einsam bist.
Ich werde sie wärmen,
wenn Dir kalt ist.
Ich werde sie streicheln,
wenn Du traurig bist.
Und ich werde sie wieder loslassen
wenn Du frei sein willst.

Autor: mir unbekannt

Kategorie: Kunst Schlagwörter: ,